Das Buch

Frank Schulz-Nieswandt

Der alte Mensch als Verschlusssache

Corona und die Verdichtung der Kasernierung in Pflegeheimen

Solidarität durch Verschluss? Wie Schutzmotive in Pflegeheimen durch die Corona-Krise in Ausgrenzung umkippen: Ein Problem der Verheimung eskaliert.

Hochaltrige Menschen werden sozial ausgeschlossen, indem sie in Pflegeheimen untergebracht werden. Statt ein Ort des alltäglichen Lebens zu sein, der die Würde der Person achtet, die über die Dimensionen von Selbstbestimmung, Selbständigkeit und Teilhabe definiert ist, verdichten sich im Rahmen der Corona-Pandemie die bereits bestehenden Strukturprobleme des Pflegesektors. Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen dominieren das Leben der Bewohner*innen: Der alte Mensch im Pflegeheim wird zur Verschlusssache. Doch gibt es eine*n Schuldigen oder ist der Balanceakt zwischen Solidarität und Ausgrenzung ein tragisches Dilemma und somit ausweglos?

Frank Schulz-Nieswandt hat sich bereits in seinem Beitrag zum im Juli 2020 erschienenen Buch »Die Corona-Gesellschaft. Analysen zur Lage und Perspektiven für die Zukunft« ↗ in einer interdisziplinären Analyse der Frage angenommen, was angesichts der Corona-Krise an und mit den Menschen in Pflegeheimen geschieht. (Beitrag hier im Blog ↗) Die Gesellschaft habe über eine lange Zeit hinweg die Transformation der Wohnformen im Alter als Normalisierung der Form des sozialen Daseins nicht gewollt, sodass die Corona-Krise die Verdichtung der Kasernierung hochaltriger Menschen lediglich auf die Spitze getrieben habe. In seinem im Frühjahr 2021 erscheinenden Buch »Der alte Mensch als Verschlusssache. Corona und die Verdichtung der Kasernierung in Pflegeheimen« ↗ setzt er sich vertieft mit diesem Sachverhalt auseinander.

Frank Schulz-Nieswandt

Frank Schulz-Nieswandt

 (Dr. rer. soc.)

geb. 1958, lehrt Sozialpolitik, qualitative Sozialforschung und Genossenschaftswesen an der Universität zu Köln und Sozialökonomie der Pflege an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar. Darüber hinaus ist er Vorsitzender des Kuratoriums »Deutsche Altershilfe« (KDA) und Ehrenvorsitzender der »Gesellschaft für Sozialen Fortschritt«.