Corona: Stresstest für die Gesellschaft

Anna Henkel

Globale Veränderung des Klimas, die Verschmutzung der Ozeane oder eine Pandemiegefahr sind wenig handlungsauslösend. Mit Corona wird ein derart Fernes zu einer sich plötzlich massiv aufdrängenden Gefährdung: Menschen sterben, hier und jetzt – und das global. Corona lässt sich daher aus der Perspektive einer materialitätstheoretisch erweiterten Systemtheorie als Stresstest für die Gesellschaft betrachten.

Neuer Band über die Welt nach der Pandemie

Neuer Sammelband in Vorbereitung: Wie sieht die Welt nach Corona aus? Was bleibt von der Krise? Führende Wissenschaftler*innen aus Geistes-, Sozial-, Natur- und Lebenswissenschaften geben Antworten und Orientierung.

Corona, Klima und weiße Suprematie – Multiple Krisen oder eine?

Eleonora Rohland

Klimakrise, COVID-19 Pandemie und systemischer Rassismus – das sind die
drei Krisen, die sich in den letzten Wochen und Monaten überlagert haben und alle Gesellschaften rund um den Globus mit unterschiedlichem Gewicht treffen. Dass das kein Zufall ist, zeigt die Einbettung in den Kontext des Anthropozäns und ein tiefer Blick in dessen Vorgeschichte.

Zuhause Arbeiten. Eine geschlechtersoziologische Betrachtung des ›Home Office‹ im Kontext der Corona-Krise

Sarah Speck

Das Zuhause – bislang der Ort der anderen Arbeit, die tagtäglich geleistet werden muss – wurde für viele krisenbedingt zum Home Office. Die damit verbundene Erfordernis der »Neuordnung des Privaten« hat ihre Tücken: Erwerbsarbeit und Care-Arbeit erweisen sich als unvereinbar, die Aufwände im ständig bewohnten Haushalt steigen an. Die Last tragen zumeist die Frauen. Die Corona-Krise wird, so ist zu vermuten, die Formen der Arbeitskraftnutzung dauerhaft verändern.

Corona und die Verdichtung der Kasernierung alter Menschen

Frank Schulz-Nieswandt

Die pauschale Stigmatisierung der Schutzbedürftigkeit der vulnerablen Gruppe der »Alten« kappt die gerade erst im Wachstum befindliche Sozialraumöffnung der Heime. Eine Transformation der Wohnformen im Alter und die Berücksichtigung des Willens der Betroffenen hätten einen anderen Umgang ermöglicht als die klinischen Praktiken des sozialen Todes und die Verdichtung der Kasernierung.