Zuhause Arbeiten. Eine geschlechtersoziologische Betrachtung des ›Home Office‹ im Kontext der Corona-Krise

Sarah Speck

Das Zuhause – bislang der Ort der anderen Arbeit, die tagtäglich geleistet werden muss – wurde für viele krisenbedingt zum Home Office. Die damit verbundene Erfordernis der »Neuordnung des Privaten« hat ihre Tücken: Erwerbsarbeit und Care-Arbeit erweisen sich als unvereinbar, die Aufwände im ständig bewohnten Haushalt steigen an. Die Last tragen zumeist die Frauen. Die Corona-Krise wird, so ist zu vermuten, die Formen der Arbeitskraftnutzung dauerhaft verändern.

Corona und die Verdichtung der Kasernierung alter Menschen

Frank Schulz-Nieswandt

Die pauschale Stigmatisierung der Schutzbedürftigkeit der vulnerablen Gruppe der »Alten« kappt die gerade erst im Wachstum befindliche Sozialraumöffnung der Heime. Eine Transformation der Wohnformen im Alter und die Berücksichtigung des Willens der Betroffenen hätten einen anderen Umgang ermöglicht als die klinischen Praktiken des sozialen Todes und die Verdichtung der Kasernierung.

Aufbau einer solidarischen und nachhaltigen Care-Ökonomie: Ein Plädoyer in Zeiten von Corona

Gabriele Winker

Die Corona-Pandemie verdeutlicht die massiven Missverhältnisse im Bereich der Care-Arbeit. Mit vier Ansatzpunkten argumentiert das Netzwerk Care Revolution für eine Transformation: Verkürzung der Erwerbsarbeitszeit, Ausbau des Sozialstaats, dezentrale demokratische Strukturen und Gemeinschaftsprojekte für ein anderes Leben.