Zivilgesellschaft in der Verantwortung. Drei Spannungsfelder von Solidarität in der Krise

Cornelia Springer

Während bestehende zivilgesellschaftliche Engagements durch die Corona-Krise und den Rückzug ins Digitale an Reichweite verloren haben, hat die Pandemie auch neue Formen wie kontaktlose Nachbarschaftshilfe, ehrenamtliche Online-Nachhilfe oder digitales Quarantainment hervorgebracht. Doch auch Egoismen und antisoziales Verhalten in ungekanntem Ausmaß werden im kollektiven Gedächtnis erinnert werden. Nicht zuletzt mahnen die vorher undenkbaren Allianzen auf Corona-Protesten, dass die politische und gesellschaftliche Verantwortung der*s Einzelnen über die Verteidigung der eigenen Interessen und Freiheiten hinausreicht.

Gesellschaft funktioniert auch ohne anwesende Körper

Sascha Dickel

Social Distancing ist kein neues Phänomen der Corona-Pandemie, sondern gängiger Alltag unserer durch-mediatisierten Lebenswelt. Erst die krisenbedingte Problematisierung des Kommunizierens unter Anwesenden macht uns deutlich, welche Ausnahmestellung diese Form des Miteinanders längst innehat – und wie umfassend unsere mediale Sozialität bereits fortgeschritten ist.

Körper im Ausnahmezustand

Gabriele Klein / Katharina Liebsch

»Social Distancing« ist im Kern ein »Physical Distancing«. Der Beitrag skizziert aus körpersoziologischer Sicht, wie durch die Vorgabe des »Social Distancing« die intersubjektiven und kollektiven Körperverhältnisse neu justiert und Körpererfahrungen im öffentlichen und privaten Raum re-organisiert werden.