Lesen über die sozialen Facetten des Sterbens

Ausgewählte Titel zum Tag des Friedhofs
Von Annika Püfke

Das Leben wird immer hektischer, Menschen immer beschäftigter, unkonzentrierter. Wie ist das Trauern um Verstorbene so überhaupt noch möglich? Der Tag des Friedhofs bietet Anlass, sich mit Fragen wie diesen auseinanderzusetzen. Das Programm von transcript beleuchtet das soziale Phänomen Tod aus verschiedenen Perspektiven.

Das unsichtbare Erbe

Hannelore Bublitz

Wie viel es zu erben gibt, ist immer ein Indikator für die soziale Schicht der Vererbenden. Doch diese hinterlassen ihren Erben nicht nur materielle Güter, sondern auch Verhaltensmuster, Wissen und soziokulturelles Selbstverständnis. Hannelore Bublitz analysiert, wie diese (scheinbar) unsichtbaren Aspekte des Erbens die Grenzen zwischen sozialen Klassen verfestigen.
Ein Auszug aus dem Buch.

Bitten, Geben, Annehmen, Erwidern

Alain Caillé

Ob kleiner Gefallen für die beste Freundin oder Ehrenamt im Sportverein – handeln wir letztendlich nicht immer aus Eigeninteresse? Keineswegs, meint Alain Caillé. Im Anschluss an Marcel Mauss übt er in »Das Paradigma der Gabe« Kritik am Primat ökonomistischer Subjektkonzeptionen in den Sozialwissenschaften und eröffnet uns neue Perspektiven auf die Grundlagen menschlichen Zusammenlebens.
Ein Auszug aus dem Buch.

Disability Pride Month: Lesen für ein inklusives, gleichberechtigtes Miteinander

Ausgewählte Titel und ein Kunstwerk mit Symbolkraft

Im Verlagsprogramm von transcript nimmt das Forschungsfeld der Disability Studies den Raum ein, der ihm zusteht. Zum Ausklang des Disability Pride Month Juli streben wir einen Versuch an, mit Büchern von, über und für Behinderte(n) zu Aufklärung und Minimierung von Berührungsängsten gegenüber Behinderungen beizutragen.

»Nichts über uns ohne uns!« Behinderte Künstler*innen haben Visionen für Theater und Kultur.

Auszug aus dem Buch

Akzeptanz, Gemeinschaft und Geschichte – das sind drei essenzielle Aspekte der Disability-Pride-Bewegung. Menschen, die von gesellschaftlichen Strukturen behindert werden, wünschen sich Barrierefreiheit statt Mitleid, Selbstbestimmung statt Vorverurteilungen, Teilhabe statt Stigmatisierung.
Der im August erscheinende Band »Zeitgenössische Theaterpädagogik« zeigt durch das Gespräch zwischen drei Theaterschaffenden mit Anknüpfungspunkten zum Thema Behinderung aus der Betroffenen- und/oder Aktivist*innenperspektive, wie ein inklusiver Kulturbetrieb aussehen kann, der die Wünsche behinderter Partizipierender berücksichtigt und aktiv umsetzt.

Ist die Zukunft der Landwirtschaft eine »Sorgsame Landwirtschaft«? – drei Fragen an die Autorinnen

Niklas Gaus

Die globale Lebensmittelindustrie zwingt Bäuerinnen und Bauern weltweit dazu, Böden und Tiere, aber auch sich selbst auszubeuten. Die Autorinnen plädieren für einen Wandlungsprozess hin zu einer »Caring Agriculture«.
Doch kann sich dieser Öko-Landbau neben der konventionellen Massenproduktion behaupten?

Queeres Lesen: Unsere Empfehlungen zum Pride Month

Ausgewählte Titel zum Pride Month

Der Juni wirft alljährlich ein Schlaglicht auf queeres Leben und dessen hart erkämpften Platz in unserer Gesellschaft.
Unser Programmbereich »Gender und Queer Studies« macht die Lebenswelten von Personen aus dem LGBTQIA+-Spektrum sichtbar aus intersektionalen Perspektiven.

The Future Starts Now!

Auszug aus dem Buch

Die Frage, wie sich Bildung institutionsübergreifend positiv auf demokratische Prozesse auswirken kann, rückt ihr emanzipatorisches Potenzial in den Blick. So können offene Bildungsprozesse eine wichtige Vermittlerrolle in einem umfassenden gesellschaftlichen Transformationsprozess spielen, wobei die wirksamen Modi Operandi Sichtbarkeit und Teilhabe wären.

»Living better means less material wealth, and much less exploitation of humans and non-human beings«

Frank Adloff and Alain Caillé

To be a pioneering, public political philosophy, convivialism must succeed in capturing the signs of the times and developing perspectives for the future. As difficult as it is to formulate such positive outlooks, that is precisely what this volume is all about.

»Wir brauchen überall Lernorte für die Vielfalt des Lebens«

Beitrag aus dem Buch »Die Keimzelle«, von Tanja Busse

Von 2011 bis 2019 bestand der Nachbarschaftsgarten »Keimzelle« in Hamburg. Die Garteninitiative setzte sich zum Ziel, Kunst, Politik und Gärtnern zu verbinden – angetrieben von künstlerischer Intervention und gelebter DIY-Philosophie.

Tanja Busse plädiert in ihrem Beitrag für den Garten als Keimzelle der Hoffnung – für das Aufhalten des beispiellosen Artensterbens, eine größere Diversität der Lebensmittel und den Garten als Lernort für die Vielfalt des Lebens.

Integrierte Stadtentwicklung – die methodische Ausarbeitung eines fach- und akteursübergreifenden Ansatzes

Auszug aus dem Buch »Integrierte Stadtentwicklungsplanung. Konzepte – Methoden – Beispiele« von Stefan Heinig

Eine integrierte und partizipative Stadtentwicklungsplanung ist die Grundlage zur Lösung der komplexen Herausforderungen unserer Städte. Als Schlüsselprinizip in der »Neuen Leipzig Charta« verankert, spiegelt der Ansatz auch die Erwartungen zahlreicher zivilgesellschaftlicher Akteur*innen wider – während die unterschiedlichen kommunalen Planungspraxen der Städte sich in der Umsetzung noch schwer tun. Stefan Heinigs Band veranschaulicht systematisch die methodischen Konzepte und ihre Realisierung in Leipzig und anderen Großstädten.